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8. Der große Auftritt 1 (nur für Fortgeschrittene):
Das Singen im Proberaum unterscheidet sich sehr vom Singen beim Auftritt. Einige Unterschiede:
Im Probensaal - sind alle müde und oft unkonzertriert von des Tages Last und Mühe
- sind die eigenen Stimmen und der Gesamtklang noch unvertraut - die Akustik ist oft trocken, man hört sich direkt (auch die Fehler) und die nahen Stimmen überlaut, oft
gilt eine andere Sitz-/Stehordnung als beim Konzert - singen wir daher mit gesenktem Notenblatt, in der Regel im Sitzen, also meist atemlos bzw. mit mangelhafter Stütze
- fehlen uns die Zuhörer mit ihren Reaktionen und damit oft die Motivation, genau zu arbeiten - sind die Instrumentalisten nicht oder nicht vollständig dabei
- fehlt die oft als Belästigung empfundene Technik - fehlt, zumindest in vielen Proben, der Zeitdruck - gilt eine andere Reihenfolge der Lieder als beim Konzert
- sind selten die selben SängerInnen beisammen wie später beim Konzert - sind in der Regel nur Teilgruppen mit Singen beschäftigt
Im Konzert
- sind alle voll konzentriert und motiviert - werden die Lieder (mehr oder weniger) beherrscht - ist die Akustik oft stark verhallt, die eigene Stimme und der Gesamtklang werden unklar gehört
- singen wir daher meist mit sehr erhobenem Notenblatt, damit die Reflexion dergenen Stimme Sicherheit gibt (die SängerInnen werden für das Publikum “unsichtbar” und daher unverständlich
- singen wir im Stehen, also mit Atem und Stütze, aber mit zunehmenen Rückenschmerzen - haben wir die Kontrolle und zusätzliche Motivation durch die Reaktionen der Zuhörer
- sind plötzlich zu viele, zu laute und völlig unberechenbare Instumentalisten dabei - stehen plötzlich überall die feindlichen Mikrofone und Verstärker, die den Gesang ein wenig und das
Gequatsche perfekt übertragen, weil die Sprechstimme im optimalen Frequenzbereich (für die Mikrophone) liegt - stehen plötzlich alle unter Zeitdruck
- sind viele von den Proben in letzter Minute, vom verkrampften Einsingen und vom Aufregungskatarrh völlig abgesungen
- sind alle ständig gefordert und alle Versäumnisse der Probenarbeit werden überdeutlich - tröstet der Applaus über echte und vermeintliche eigene Schwächen und Fehler
All dies lässt nur eine
Schlussfolgerung zu: Versuche in Abstimmung mit dem Chorleiter und allen Beteiligten diese beiden so unterschiedlichen Sing-Situationen so oft und so genau wie möglich einander anzugleichen, so dass die positiven
bzw. förderlichen Aspekte der o.g. Liste immer deutlicher hörbar werden.
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